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Sehr einseitige Darstellung
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Knabe wuchs in Mülheim an der Ruhr auf ! Also keine Ahnung, wie das tägliche Leben in der ehemaligen DDR wirklich war! Dies merkt man auch an der Schreibweise. Sicher hat er in viele Dokumente Einsicht nehmen können, die dem Normalbürger so nicht zur Verfügung stehen, aber bei mir entstand der Eindruck einer sehr einseitigen Darstellung. Die DDR existiert seit fast 20 Jahren nicht mehr und die Erinnerungen verblassen in der Tat. Aber mit der Sichtweise des Autors kann ich mich (als dort geboren und aufgewachsen) nicht wirklich identifizieren. Wir hatten Ideale und wie soll man etwas umsetzen, wenn man davon nicht überzeugt ist und daran glaubt? Auch hatte ich des öfteren den Eindruck, der Autor kennt nicht wirklich den Unterschied zwischen Sozialismus und Kommunismus. Mauerbau, Todesschüsse an der Grenze und Verfolgung politisch Andersdenkender sind Dinge, die auch ich verurteile und die mit den gesetzlichen Möglichkeiten der Demokratie geahndet werden müssen. Menschen, ihre Wertvorstellungen und Ansichten ändern sich mit der Zeit, sie entwickeln sich weiter (hoffe ich jedenfalls). Der Autor aber will dem Leser suggerieren, dass es immer noch die "Ewiggestrigen" sind, die wieder aktiv unser politisches Geschehen bestimmen - "der Sozialismus und die DDR sind zu Recht auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet" - so sein Resümee. Die Gesetzmäßigkeiten des Kapitals, die Marx in seinem gleichnamigen Werk so scharfsinnig analysiert hat, treffen auch heute noch mit aller Deutlichkeit zu (siehe Finanzkrise) und der Sozialismus war der Versuch einer Alternative. Einzig interessant ist die Darstellung verschiedener politischer Entwicklungen von Personen und Organisationen, die man in der gebündelten Form so sicher nicht oft findet.
Eine Rezension von Thommi Tux > Bayern
vom 1. Dezember 2009 |