Die neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus
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Sehr klare und informative Analyse des islamischen Fundament
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(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Die neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus (Taschenbuch) Bassam Tibi ist eine kenntnisreiche und gut lesbare Einführung in die Problematik des islamischen Fundamentalismus und seiner Rolle in der internationalen Politik gelungen. Dem Buch ist die jahrzehntelange Beschäftigung des Autors mit dem Thema anzumerken. Besonders überzeugt Tibis souveräne historische und politisch-soziologische Einordnung des Fundamentalismus. Er charakterisiert ihn als einen Versuch zur 'defensiven Modernisierung', zu verstehen als Rückbesinnung der islamischen Völker auf heimische zivilisatorische Muster, nachdem zuvor ihre Bemühung um eine Modernisierung durch die Übernahme des europäischen nationalstaatlichen Modells gescheitert war. Tief gedemütigt von der Dominanz des Westens auf politischem, militärischem und wirtschaftlichem Gebiet, erhoffen sich die Fundamentalisten von einer Repolitisierung des Islams die Überwindung der sozialen Probleme ihrer Länder und einen außenpolitischen Statusgewinn, der es ihnen ermöglichen soll, an die große Zeit des Islams im Mittelalter anzuknüpfen. Dabei ist der Islamismus, wie Tibi deutlich macht, ein durch und durch modernes Phänomen, vergleichbar mit den säkularen politischen Religionen des 20 Jh., dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus, denen er auch in seinem Wunsch nach einer 'halben Moderne', d.h. der Aufnahme moderner Technologie und Wissenschaft bei gleichzeitigem Verzicht auf die kulturelle Moderne, ähnelt. Seine Berufung auf den Koran ist höchst fragwürdig, da dieser auf die meisten politischen und sozialen Probleme des 20 Jh. keine Antwort bietet. Weit davon entfernt den klassischen Islam nur anzuwenden, betreiben die Fundamentalisten also in Wirklichkeit seine Weiterentwicklung und Ergänzung. Dies hält Tibi für umso bedenklicher, als sie keine echten Lösungen für die Misstände der heutigen islamischen Länder anzubieten haben. Ihre Antworten beschränken sich auf den fanatischen Verweis auf die Scharia. Weder der Iran noch der Sudan haben mit deren Umsetzung das Los ihrer Bevölkerungen allerdings nachhaltig bessern können. Fundamentalisten in anderen Ländern beeindruckt dies freilich genauso wenig, wie westliche Marxisten sich jahrzehntelang von den Zuständen in der Sowjetunion abschrecken ließen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. Oktober 2001
Kundenrezensionen:
3. Sehr klare und informative Analyse des islamischen Fundament (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Guter Einblick in islamische Denkweisen
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